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| ISBN | 9783518419564 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum | 25.02.2008 |
| Genre | Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945) |
| Verlag | Suhrkamp |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Suhrkamp Verlag AG Torstr. 44 | DE-10119 Berlin info@suhrkamp.de |
Paloma: Das Buch trägt den Namen der Tauben im Flieder, der geflügelten Boten im Azur. 99 Briefe auf der Kreisbahn eines Jahres, von Mai 2006 bis April 2007: "lieber Freund, die weiszen Lilien, die du mir zur Tür gelegt hast, sind eine grosze Lust mein Schreibzimmer voll Glanz und Duft : das wird mich anfeuern zu schreiben", hebt der erste von ihnen an, in den Frühling geschrieben, den dichtenden Vögeln nach. "Fern Schreiben" sind es, an den Freund, den Leser und an ihn, den abwesenden Verbündeten, der dahin ist und doch nie gegangen. Während draußen die Gegenstände wie Bühnenkulissen wechseln und das Leben sich im Fenster vis-à-vis spiegelt, hält Friederike Mayröcker Zwiesprache mit sich selbst: "bin den ganzen Tag am Lauschen : Worte, Wortbilder, Sätze, (…) fliege immer wieder auf und nieder, hierhin und dahin."
Paloma ist ein kühnes, poetisches, wildes Buch über den Umgang mit sich und die "Menschen Verhältnisse", die Generalinventur einer großen Dichterin. Über das Schreckgespenst des Alters, die Geisteszerrüttung, den Schwindel siegt eine tiefe Lebenslust, die Glut des Schreibenwollens und die rücksichtslose Hingabe an die alles verwandelnde, tragende, die zum Himmel auffahrende Sprache: "Möchte saphirene Texte schreiben tatsächliches Blau."
| ISBN | 9783518419564 |
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| Erscheinungsdatum | 25.02.2008 |
| Genre | Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945) |
| Verlag | Suhrkamp |
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| Herstellerangaben | Anzeigen Suhrkamp Verlag AG Torstr. 44 | DE-10119 Berlin info@suhrkamp.de |

Erich Klein in FALTER 19/2008 vom 07.05.2008 (S. 64)
Euphorie und Exaltation waren immer Markenzeichen von Friederike Mayröckers dichterischer Welt. In "Paloma", 99 im Lauf des Jahres 2006/07 an einen anonymen "lieben Freund" geschriebenen Briefen, ist das Ganze fast zur Unerträglichkeit gesteigert – und zwar aus guten Gründen: "Die Dinge so sehen wollen, wie sie ohne mich aussehen würden, also wenn ich tot bin."
Neben dem täglichen Pensum an Traumprotokollen, dem selbstvergewissernden Blick aus dem Fenster und obligatorischer Lektüre findet da ein reales wie imaginäres Dauergespräch mit zahlreichen Schriftstellerfreunden statt. In dessen Zentrum steht er, der verstorbene Lebensgefährte Ernst Jandl, stehen gemeinsame Reisen nach Florenz, Berlin oder auf den Kobenzl. Kleine Rührseligkeiten wie die Rede vom "sympathischen Fernsehsprecher" amüsieren, bestechend ist Mayröckers Lakonie in Bezug auf Alter, Krankheit und Gedächtnisverlust. Sie erschrickt darüber, dass sie seine, Jandls Telefonnummer, vergessen hat, oder fragt sich: "Wann vor wie vielen Jahren habe ich begonnen damit, mich am Stiegengeländer festzuhalten?"
Wirklich große Literatur sind die Splitter der Kindheitserinnerungen: "was ich nicht möchte: dieses Batzen Holunderblut oder -blüte herausgebacken für die Mahlzeit, von Mutter." "Paloma" ist keine Suche nach der verlorenen Zeit, sondern ein Gedicht an die Zukunft: "Ich bin glücklich und es regnet in mein Herz."

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