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| Reihe | autorenmorgen |
|---|---|
| ISBN | 9783902373137 |
| Erscheinungsdatum | 28.09.2005 |
| Genre | Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945) |
| Verlag | Luftschacht |
| Empf. Lesealter | ab 12 Jahre |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Luftschacht e.U. Malzgasse 12/2 | AT-1020 Wien notizen@luftschacht.com |
Hier der Erzähler, der an den Schwierigkeiten, die er mit seiner eigenen Persönlichkeit, dem Bild, das die Gesellschaft - seiner Meinung nach - sich von dieser machen müsse, zu zerbrechen droht. Ihm gegenüber Allmeyer, sein Kontrahent, "dieser Mordskerl, diese Figur voller Charisma, schier unbesiegbar (…)". Den Befindlichkeiten zweier Historiker, ihrem Umgang mit dem unmittelbaren sozialen Umfeld und vor allem dem persönlichen Abschneiden darin, wird die Aufarbeitung einer als „heikel“ angesehenen Ära ihres Herkunftslandes gegenübergestellt. Hanno Millesi fesselt mit einem ironischen Blick auf die Abgründe und Holzwege eines hochintellektualisierten Menschen, gezwängt in die Vorbereitung einer kriminellen Tat, einer kaltblütigen Exekution, die als befreiender Akt der Selbstverteidigung gelesen werden kann. Begreift man die Protagonisten des Romans dabei als Extreme eines kollektiven Typenspektrums, tauchen zwischen ihnen Strategien und Symptome als Facetten der thematisierten Epoche auf; einer Epoche, die im Schatten der 'globalen Katastrophe' lange Zeit vorsichtshalber übergangen wurde.
| Reihe | autorenmorgen |
|---|---|
| ISBN | 9783902373137 |
| Erscheinungsdatum | 28.09.2005 |
| Genre | Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945) |
| Verlag | Luftschacht |
| Empf. Lesealter | ab 12 Jahre |
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Nicole Scheyerer in FALTER 50/2005 vom 14.12.2005 (S. 69)
Wissenschaftler wie ich sind sensible Wesen", hält der Ich-Erzähler von "Mythenmacher" an einer Stelle fest. Gerade feinfühlige Menschen können nur ein geringes Maß an Demütigung ertragen. Und so hat der erfolglose Historiker beschlossen, seinen Konkurrenten Allmeyer ins Jenseits zu befördern. Er wolle bloß noch einmal die Genese seines Hasses schildern, der nun in Mordabsichten gipfelt.
"Mythenmacher" siedelt in der Nähe von Thomas Bernhards "Untergeher". Auch der Monolog von Hanno Millesi wird durch seinen Rhythmus, durch eine kreisende Insistenz mit antiquiertem Ton bestimmt, die allerdings ohne "Übertreibungskunst" auskommt. Während Bernhards Pianisten am Genie Glenn Goulds scheitern, verzweifelt Millesis Antiheld an der Aufmerksamkeit der Fachwelt für einen vermeintlichen Blender, dessen Beschäftigung mit Zwischenkriegszeit und Austrofaschismus ungleich populärer ist als die des eifersüchtigen Erzählers. In dessen ständiger Selbstbefragung liegt eine Komik, die ein bisschen an Robert Walsers sympathische Verlierer erinnert. Wo Millesi auf geschichtliche Fragen eingeht, gewinnt sein kluger Roman noch an Dichte. Schön auch die Andeutung des 1966 geborenen Wiener Autors, worum sich männliche Ehrsucht in Wahrheit dreht: um die Beachtung der Frauen.
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